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Workshops mit Berliner Schulklassen 

Im Rahmen unseres „Here’s to you…“ konzipierten wir mehrere Workshop-Module zum Thema NS-Zwangsarbeit im RAW Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain und erprobten diese anschließend mit Klassen aus verschiedenen Schulen und Jahrgangsstufen. Inhaltlich konnten wir anschließen an die Ergebnisse unserer vorausgegangenen Recherche, deren Ergebnisse wir für die außerschulische politisch-historische Bildungsarbeit didaktisch aufbereiteten. Unser bildnerischer Zugang zurbislang oft vernachlässigten Geschichte der NS-Zwangsarbeit, des im Alltag sichtbarsten NS-Verbrechens, erfolgt primär über Zeitzeugnisse von Ukrainer:innen (sog. „Ostarbeiter“), die zwischen 1942-45 im RAW Warschauer Straße Zwangsarbeit für die Reichsbahn leisten mussten. Anhand solcher wertvollen Quellen mit unmittelbarem Ortsbezug konnten sich die teilnehmenden Schüler:innen in unseren Workshops interaktiv erschließen, wie das nationalsozialistische Zwangsarbeitssystem funktionierte und welche Rolle Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus dabei spielten. Ein empathischer Zugang erfolgte beispielsweise durch die Anfertigung von Kurz-Biografien von ehemaligen Zwangsarbeiter:innen oder eine fiktive Kontaktaufnahme über Briefe. 

Neben der Beschäftigung mit Quellen konnten sich die Teilnehmenden auch mit der baulichen Struktur des Geländes beschäftigen und erkunden, in welcher Form sich die Bebauung im Laufe der Jahrzehnte verändert hatte oder welche authentischen Spuren hingegen noch vorhanden sind. Praktisch eigneten sich dies die Jugendlichen mit Aufgaben im Rahmen einer Gelände-Schnitzeljagd an, etwa eigenständige Foto- und Sounddokumentationen anzulegen. Dabei diskutierten die Teilnehmenden auch die Frage, wie eine angemessene Erinnerung an NS-Verbrechen auf einem historisch-authentischen Ort aussehen kann, wenn sich dieser über die Zeit stark verändert und auf neue Weise genutzt wird. 

In weiteren Exkursionen besuchten wir das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide, dessen Angebot einer zweistündigen Führung durch die Dauerausstellung und über das Gelände des dortigen ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers einige teilnehmende Schulklassen in Ergänzung zu unseren Workshops wahrnahmen.  

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung setzten wir auf die Aktivierung unserer Workshopteilnehmer:innen in einem Skateboardworkshop. Unter Anleitung von professionellen Skatetrainer:innen konnten sich die Jugendlichen in der benachbarten Skatehalle (der ehemaligen Schmiede des Werkes) auf dem Skateboard ausprobieren. Dabei lernten sie auch, eigene Grenzen und Vorbehalte zu überwinden. 

Dieses Aktivierungsmodul stieß auf eine überwältigende Resonanz. So entstand nach der anspruchsvollen, gewiss auch emotional fordernden inhaltlichen Auseinandersetzung mit NS-Zwangsarbeit ein lösendes Erlebnis in einer Atmosphäre, die bewusst außerhalb des gewohnten Unterrichtssettings angesetzt ist. 

Unser zentrales Ziel mit diesem Workshopangebot ist, Jugendliche in die Lage zu versetzen, sich inhaltlich mit der NS-Vergangenheit auseinanderzusetzen und aktiv für eine demokratische Bürgergesellschaft einzusetzen. 

Das Projekt wird von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms JUGEND erinnert vor Ort & engagiert gefördert.

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