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NS-Zwangsarbeit im ehemaligen RAW Warschauer Straße
Das Projekt widmet sich der Geschichte der nationalsozialistischen Zwangsarbeit mit einem besonderen Fokus auf das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain. Als historisch bedeutsamer Ort bietet das heute vor allem soziokulturell genutzte Gelände einen konkreten lokalen Bezugspunkt, um sich mit den Strukturen der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus zu beschäftigen und individuelle sichtbar zu machen und pädagogisch aufzuarbeiten.
Den Auftakt bildet eine vertiefte Recherchearbeit mit historischen Quellen, insbesondere aus dem Firmenarchiv des RAW. Dabei sollen nicht nur weitere historische Hintergründe erarbeitet, sondern neue Erkenntnisse über persönliche Erfahrungen der Zwangsarbeiter:innen gewonnen werden. Diese individuellen Perspektiven bilden die Grundlage für einen Methodenkoffer, der zielgruppenorientierte Ansätze für die historisch-politische Bildungsarbeit bietet. Dieser soll es ermöglichen, sowohl in schulischen als auch außerschulischen Kontexten einen niedrigschwelligen, multiperspektivischen und partizipativen Zugang zum Thema NS-Zwangsarbeit zu schaffen.
Ein zentrales Element des Projekts ist die praktische Bildungsarbeit mit Jugendlichen. In Workshops mit Schulklassen, ergänzt durch Exkursionen und Vor-Ort-Besuche, werden die Teilnehmer:innen zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema angeregt. Die Jugendlichen recherchieren eigenständig und dokumentieren ihre Ergebnisse in selbstgewählten Formaten – etwa in Form von Reportagen, Podcast-Beiträgen oder fiktiven Briefen. Besonders die Briefe an ehemalige Zwangsarbeiter:innen ermöglichen es den Teilnehmenden, persönliche Gedanken, Emotionen und Fragen zu formulieren und so eine individuelle Beziehung zum historischen Thema aufzubauen.
Zum Projektabschluss werden die Ergebnisse in einer Ausstellung öffentlich präsentiert. In Form einer multimedialen Collage werden die vielfältigen Perspektiven und Ausdrucksformen der Teilnehmenden zusammengeführt.
Langfristiges Ziel des Vorhabens ist es, im Sozialraum und konkret vor Ort auf das Schicksal der ehemaligen Zwangsarbeiter:innen hinzuweisen und eine zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung über angemessene und tragfähige Formen des Erinnerns anzustoßen.
Hier: Aktueller Forschungsstand
Das Projekt wird von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms JUGEND erinnert vor Ort & engagiert gefördert.
